OER für alle – Thesen zu Abschluss des Projektes OERinfo am DIPF Frankfurt/Main

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Als Mitglied des Beirates der “Informationsstelle Open Educational Resources” (OERinfo) ruft Prof. Dr. Thomas Köhler, Direktor des Medienzentrums der TU Dresden, zu einer verstärkten Förderung von Entwicklung und Einsatz von OER auf (vgl. OER_Abschlusspraesentation_201102_final.pdf (open-educational-resources.de):

“Mit dem Verbot weiter Teile von Präsenzlehre in der Schule wurde die Nachfrage nach OER in besonderer Weise befördert. Nicht nur Schülerinnen und Schüler, vielmehr auch Lehrkräfte und Lehramtsstudierende haben sich auf die Suche nach leicht zugänglichen Lernobjekten von möglichst guter Qualität gemacht. So paradox es erscheint: Die Covid-19-Pandemie hat zu einer neuen Intensität der Zusammenarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden im Kontext von Schule geführt und dabei den physischen Lernort Schule in den virtuellen Raum ausgedehnt. Teilweise wurden sogar Eltern in diese neuartige Lernortkooperation einbezogen – bzw. haben sich dort mit dem Ziel der Bereitstellung von (digitalen) Lernobjekten und entsprechenden Lehrwerkzeugen engagiert. Insofern ist der Bedarf nach OER ebenso wie deren Nützlichkeit deutlicher denn je. Jedoch bekommen auch bereits bestehende Fragen rund um die Produktion und Bereitstellung qualitätsgesicherter OER eine neue Relevanz. Dabei geht es um die Frage der Autorenschaft, die Frage der Auffindbarkeit und eben auch die der institutionellen Integration. Dringender denn je sind hier Impulse und verbindliche Regelungen erforderlich:

  1. Das Wissen um OER muss bei allen Lehrkräften vorhanden sein und bezieht sich auch auf die Frage einer rechtsgesicherten
    Autorenschaft.
  2. Schüler*innen wie auch Lehrkräfte müssen an allen Lernorten permanent auf diese OER Zugriff haben – am besten mit dem Smartphone in ihrer Schultasche.
  3. Idealiter finden die passenden OER mit Hilfe KI-basierter Technologien zu genau den Lernenden, für welche diese geeignet sind.
  4. OER leben von der Vielzahl engagierter Autor*innen. Dazu gehören auch Lehrkräfte und Schüler*innen.
  5. Zeitgemäße OER wecken auch das Interesse der Eltern an den Unterrichtsthemen ihrer Kinder und eröffnen so neue Perspektiven für die Wirksamkeit von Schule über den klassischen Unterricht hinaus.”

Das Medienzentrum der TU Dresden begleitet die Entwicklung und Nutzung von Open Educational Resources mit einer Reihe von Projekten bereits seit mehreren Jahren. Ein Verzeichnis aktuelle Projekt finden Sie hier: Projekte — Medienzentrum (MZ) — TU Dresden (tu-dresden.de)

Thomas Köhler

Prof. Dr. Thomas Köhler studierte Psychologie und Soziologie in Jena und Swarthmore (USA) und promovierte in der Kommunikationspsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach einer Juniorprofessur an der Universität Potsdam hat er seit 2005 die Professur Bildungstechnologie an der TU Dresden inne. Dort ist er zudem Direktor des Medienzentrums und Sprecher des Arbeitskreises E-Learning (Beirat) der Landesrektorenkonferenz Sachsen.