Digital gestützte Weiterbildung in sächsischen KKU: Die Einstellungen sind positiv, die Infrastruktur und Nutzung noch ausbaufähig

Im Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Weiterbildungsbeteiligung von Kleinst- und Kleinunternehmen durch digitale Lernszenarien fördern (weiter.digital)“ werden technologiegestützte Weiterbildungskonzepte für den arbeitsplatzintegrierten Einsatz in Kleinst- und Kleinunternehmen (KKU) sowie in Betrieben von mittlerer Größe entwickelt und erprobt. Um die Ausgangssituation in sächsischen KKU und ihre Anforderungen an arbeitsplatzintegrierte, digital gestützte Weiterbildungen zu spezifizieren, wurde in einer Ausgangsanalyse zunächst der Ist-Stand der Weiterbildung in den KKU erfasst. Hierfür wurden insgesamt 33 KKU in standardisierter Form mündlich oder schriftlich befragt. Sie beschäftigten zum Zeitpunkt der Befragung im Durchschnitt neun Mitarbeitende und sind mehrheitlich im Immobilien- und Dienstleistungssektor sowie in den Bereichen Handwerk bzw. Haus, Garten und Bau aktiv (siehe Abbildung 1).

 

Abbildung 1: Befragte KKU nach Branchen

Im ersten Teil der Befragung wurde die (digitale) Infrastruktur in den KKU analysiert. Dabei zeigt sich, dass die Befragten den Stand der Digitalisierung in ihren Unternehmen insgesamt als überdurchschnittlich hoch bewerten. Konkret gibt die Mehrheit der Befragten entweder einen durchschnittlichen oder einen sehr hohen Digitalisierungsgrad an. Grundlegende digitale Infrastrukturen wie etwa (stationäre) Computer mit Internetzugang und Office-Software sind laut den Befragten in guter bis sehr guter Qualität vorhanden. Dagegen bewegt sich die Qualität von eher neuartigen Hard- und Softwaretechnologien – wie beispielsweise interaktiven Whiteboards, Lernplattformen und Videokonferenzsoftware – in den Unternehmen bislang nur im mangelhaften bis bestenfalls befriedigenden Bereich (siehe Abbildung 2).

 

Einschätzungen der Qualität der digitalen Infrastruktur in den KKU

Abbildung 2: Einschätzungen der Qualität der digitalen Infrastruktur in den KKU (Auszug)

In Bezug auf die betriebliche Weiterbildung in den KKU macht die durchgeführte Analyse deutlich, dass hierfür neben den herkömmlichen Präsenzschulungen in etwa mittlerer Häufigkeit auch reine Online-Formate eingesetzt werden. Blended-Learning-Formen kommen dagegen nur vereinzelt zum Einsatz. Das könnte damit zusammenhängen, dass diese Umsetzungsform, die sich in der Lernforschung als besonders effektiv erwiesen hat, einen verhältnismäßig hohen Gestaltungs- und Durchführungsaufwand mit sich bringt. Die Weiterbildungsmaßnahmen finden nach wie vor häufiger außerhalb des Arbeitsplatzes als arbeitsplatzintegriert statt, wobei die letztgenannte Form inzwischen bereits durchschnittlich häufig eingesetzt wird (siehe Abbildung 3).

 

Häufigkeit der Umsetzung und Beurteilung verschiedener Weiterbildungsformate in den befragten KKU

Abbildung 3: Häufigkeit der Umsetzung und Beurteilung verschiedener Weiterbildungsformate in den befragten KKU

Interessant ist hierbei, dass die befragten Akteure allen untersuchten Weiterbildungsformen – mit geringfügigen Abstrichen beim Blended Learning – sehr positiv gegenüberstehen. Dabei unterscheiden sich die Führungskräfte in ihren Einstellungen nicht (nennenswert) von den Mitarbeitenden, die keine Führungstätigkeit ausüben. Die Ergebnisse zeigen, dass durch die Bereitschaft der beteiligten Akteure eine wesentliche Voraussetzung für den Einsatz von digital gestützten und arbeitsplatzintegrierten Weiterbildungsformaten gegeben ist. Sie bildet eine fruchtbare Basis für die arbeitsplatzintegrierte Erprobung der digitalen Lernwerkzeuge, die derzeit in Zusammenarbeit mit den Bildungsdienstleistenden der AMS Jugend und Bildung GmbH, der Akademie für Wirtschaft und Verwaltung GmbH und der future Training und Consulting GmbH entwickelt werden.

Quellen:

Josephine Obert

Technische Mitarbeiterin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit am Medienzentrum der TU Dresden.